Kategorien-Archiv Migrationspolitik

Rückblick auf die SABENE-Fachtagung „Flüchtlinge aus Afghanistan“

Am 14.11.2017 führte das SABENE-Projekt seine Fachtagung zum Thema „Flüchtlinge aus Afghanistan“ in den Räumlichkeiten der Handwerkskammer in Saarbrücken durch. Vor etwa 70 Gästen eröffnete Herr Dr. Justus Wilhelm von der HWK die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass der Mangel an Auszubildenden in vielen Berufen weiterhin ein großes Problem sei und er darauf baue, dass jugendliche Flüchtlinge den Weg in klassische handwerkliche Ausbildungsberufe finden würden.

Die Islamwissenschaftlerin Angela Parvanta brachte in ihrem Vortrag sowohl den historischen Kontext der Flüchtlingssituation wie auch die schwierige Lebenslage in Afghanistan zur Sprache. Insbesondere wies sie auf die mangelhafte Schul- und Ausbildungssituation hin, die für viele Flüchtlinge schwierige Ausgangsbedingungen für einen beruflichen Start in Deutschland bedingen würden.

In einer anschließenden Gesprächsrunde mit afghanischen Flüchtlingen wurde die Bandbreite der individuellen Situation sehr deutlich: Von Studienabsolventen bis hin zu Jugendlichen, die gerade einen Schulbesuch hinter sich hatten, stellten die Flüchtlinge ihre jeweiligen Erfolge und Herausforderungen vor. Besonders problematisch war und ist für jene, deren Aufenthaltsstatus noch nicht gefestigt ist, ihre potentiellen Arbeitgeber von der Chance einer dauerhaften Beschäftigung zu überzeugen. Ebenfalls diskutiert war der unterschiedlich schwierige Zugang zu Sprachkursen, der nur teilweise durch Eigenstudium kompensiert werden konnte.

In der anschließenden allgemeine Diskussion kamen viele Aspekte zur Sprache: von den Berufschancen für Analphabeten über die Hürden des Zugangs zu Ausbildungsberufen bis hin zur Rolle der Beratungseinrichtungen und der Jobcenter bei der Arbeitsvermittlung. Am Ende der Veranstaltung wurde erneut deutlich, dass die individuellen Lebenssituationen der Afghanen, ebenso wie die anderer Flüchtlingsgruppen, auch eine individuelle Herangehensweise an die Arbeitsmarktintegration notwendig machen.

Fokus-Studie vorgestellt: EU-Richtlinien und Rückkehrpolitik

In der EMN-Fokusstudie wird die Rückkehrpolitik in Deutschland im Kontext europarechtlicher Vorschriften analysiert. Die Autorin der Studie, Paula Hoffmeyer-Zlotnik, erklärt, welche Bedeutung europäische Richtlinien für die Praxis haben. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Micado übernimmt ERSO-Vorsitz

Turnusgemäß übernimmt Micado Migration in diesem Jahr den Vorsitz des „European Reintegration Support Organisations“ (ERSO)-Netzwerkes. ERSO ist ein europäischer und darüber hinausgehender interkontinentaler Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen, die im Arbeitsfeld der Freiwilligen Rückkehr kooperieren, Lobbyarbeit betreiben und konkrete Projekte und Hilfsmaßnahmen planen. Dementsprechend wird die nächste ERSO-Generalversammlung Ende des Jahres in Deutschland stattfinden.

IntegPlan-Fachtagung in Göttingen

In der vergangenen Woche fand die jährliche Fachtagung des IntegPlan-Projektes in Göttingen statt. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen die Qualitätsrichtlinien zur freiwilligen Rückkehrberatung sowie neue Instrumente zur Reintegrationsförderung im Ausland. Anwesend waren rund 150 Mitarbeiter/innen von Rückkehrberatungsstellen, Landes- und Bundesministerien sowie Behörden.

 

Maßnahmen der Bundesregierung für die Sprachförderung und Integration von Flüchtlingen

Übersicht aller Programme und Maßnahmen der Bundesregierung zur Sprachförderung und Integration von Flüchtlingen zu Ihrer Information.

Diese Broschüre kann als PDF über die Seite des ESF geladen werden

Anerkennung von Qualifikationen und Bildungstransfer

Die Migration von internationalen Fachkräften ist zu einem wichtigen politischen Thema geworden und spiegelt sich im sogenannten Wettbewerb um die klügsten Köpfe. Damit stehen Einwanderungsländer vor der Herausforderung, ihre Bildungssysteme und Arbeitsmärkte durchlässiger zu gestalten, damit die im Ausland erworbenen Qualifikationen auch im Zielland verwertet werden können. 2012 trat in Deutschland ein Gesetz in Kraft, welches die Möglichkeiten der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen deutlich verbessern sollte. Ist dies gelungen? Ein Interview mit Dr. Martina Müller-Wacker, einer der führenden deutschen Expertinnen im Themenfeld Anerkennung, Bildungstransfer und Fachkräfterekrutierung.

Das vollständige Interview – ein Kurzdossier auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung – finden Sie hier.

Was Flüchtlinge wirklich bewegt – Studie der Bosch-Stiftung

Auf der Webseite der Robert-Bosch-Stiftung liegen erste Ergebnisse aus einem aktuellen Forschungsprojekt vor:

Flüchtlinge wünschen sich echte soziale Kontakte zur Bevölkerung in Deutschland. Wichtig sind ihnen ein intaktes Sozialleben und stabile persönliche Beziehungen. Das zeigen erste Ergebnisse einer Studie von SVR-Forschungsbereich und Robert Bosch Stiftung. Das Besondere der Befragung: die Flüchtlinge können von sich aus Themen ansprechen.

Mehr dazu hier.

Jubiläumsbroschüre „Kommunaler Qualitätszirkel zur Integrationspolitik“

Der Arbeitskreis Kommunaler Qualitätszirkel zur Integrationspolitik hat anläßlich seines fünfjährigen Bestehens die Jubiläumsbroschüre „Kommunaler Qualitätszirkel zur Integrationspolitik 2009 – 2014: Einblicke | Rückblicke | Ausblicke“ veröffentlicht. Die Jubiläumsbroschüre enthält Handreichungen und Positionspapiere zu integrationspolitisch relevanten Themen wie interkulturelle Öffnung der Verwaltung, Integrationsmonitoring, Bildung, politische Partizipation und Umgang mit religiöser Vielfalt in Kommunen.

Link zur Broschüre

StarthilfePlus ist am Start

Seit dem 1.2.2017 stehen die Mitel für das Programm „StarthilfePlus“ zur Verfügung. Das Programm soll Anreize für eine freiwillige Rückkehr sowohl von Ausreisepflichtigen wie auch Asylbewerbern im Verfahren schaffen.

Eine finanzielle Förderung in Höhe von 1.200 Euro (pro Person ab 12 Jahre) wird gewährt, wenn noch vor Abschluss des Asylverfahrens die verbindliche Entscheidung getroffen wird, freiwillig aus Deutschland auszureisen, und der Asylantrag zurückgenommen wird. Eine finanzielle Förderung in Höhe von 800 Euro (pro Person ab 12 Jahre) wird gewährt, wenn nach Erhalt eines negativen Asylbescheids die verbindliche Entscheidung, freiwillig aus Deutschland auszureisen, noch innerhalb der Ausreisefrist erfolgt und keine Rechtsbehelfe eingelegt werden.

Weitere Informationen finden sich hier.

DIHK schlägt Maßnahmenpaket zur Flüchtlingsintegration vor

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat elf Maßnahmen für eine Verbesserung der Flüchtlingsintegration vorgeschlagen. Das Papier stellt diese unter die folgenden Überschriften:

1. Klarheit über Zugänge zur Ausbildungsduldung schaffen
2. Zusätzliche Bürokratie für Betriebe in Folge von Meldepflichten vermeiden
3. Einheitliche Regelungen bei Ausbildungsförderung auf den Weg bringen
4. Einheitlichen Prozess beim Abschluss eines Ausbildungsvertrages schaffen
5. Kontinuierliche Begleitung vor und während der Ausbildung sichern
6. Sicherheit vor Abschiebung auch für Einstiegsqualifizierung (EQ) garantieren
7. Berufsschulunterricht während Einstiegsqualifizierung sicherstellen
8. Flexibilität und Mobilität trotz Wohnsitzauflage ermöglichen
9. Umzug wegen Volljährigkeit verhindern
10. Arbeitsmarktprüfung innerhalb von zwei Wochen durchführen
11. Qualität und Aussagekraft von Sprachzertifikaten bundesweit sichern

Das vollständige Dokument ist unter obigem Link als pdf-Download erhältlich.