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Spiegel-Artikel „Sollten Syrien-Rückkehrer höhere Prämien bekommen?“

Als Projekt „DiReturn – Digital Streetworking in der Rückkehrberatung“, gefördert durch die Europäische Union, den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (2021 – 2027) sowie das BAMF, möchten wir einige fachliche Ergänzungen und Korrekturen zum o. g. Artikel im SPIEGEL (17/2026) anbringen, da die dargestellte Situation aus der Beratungspraxis heraus in wesentlichen Punkten ein unvollständiges Bild vermittelt.

Die Antwort auf die Titelfrage lautet: Ja – aber nicht nur. Es handelt sich hier nicht um eine Rückkehr in das Land, das diese Menschen einst verlassen haben. Sie kehren in eine zerstörte Heimat zurück, in der sie vielfach bei null anfangen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass es den meisten Menschen derzeit nicht möglich ist, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Ob das eigene Haus noch steht, ob Infrastruktur, Schule oder Arbeit erreichbar sind. Sie sind auf Informationen aus Beratungsstellen in Deutschland oder von Menschen vor Ort angewiesen und gehen damit weitgehend ins Ungewisse. Besonders komplex ist die Situation für Familien mit Kindern, die Schuljahreszeiten einplanen und klären müssen, welche Bildungsangebote vor Ort tatsächlich bestehen.

Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Unterstützungen schlicht zu gering. Doch auch höhere Prämien allein greifen zu kurz, wenn die eigentlichen Engpässe an anderen Stellen liegen. Überlastete Beratungsstellen, lange Wartezeiten und eine Förderstruktur, die einen Großteil der Rückkehrwilligen gar nicht erreicht, erschweren den Menschen den Zugang zum Rückkehrprozess. Viele Beratungsstellen verzeichnen aktuell Anfragen in noch nie dagewesenem Ausmaß. Wartezeiten von bis zu drei Monaten auf einen Beratungstermin sind keine Seltenheit. Hinzu kommen mehrwöchige bis mehrmonatige Bearbeitungszeiten für die Förderanträge.

Zudem erreicht die Förderung längst nicht alle Rückkehrwilligen. Förderungen über das REAG/GARP-Programm stehen ausschließlich Personen ohne ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung. Ein großer Teil der syrischen Bevölkerung bildet einen wichtigen Bestandteil des deutschen Arbeitsmarktes. Menschen, die hier erwerbstätig sind und ein Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenze erzielen, haben keinen Anspruch auf diese Förderung und fließen damit nicht in die Statistik ein. Die Darstellung der Förderung als „in der Regel 1.000 Euro pro Erwachsenen“ greift deutlich zu kurz, da sie die Vielfalt bestehender Förderprogramme und die damit verbundenen unterschiedlichen Förderhöhen nicht abbildet.

Aus unserer Sicht wären andere Aspekte besonders berichtenswert gewesen: die zunehmend prekäre Finanzierungssituation unabhängiger Rückkehrberatungsstellen, die bereits zur Schließung zahlreicher Angebote geführt hat; die uneinheitliche Beratungslandschaft mit regional stark unterschiedlichen Zugängen; sowie strukturelle Probleme der Finanzierungsstruktur dieser Stellen, die eine flexible Anpassung an steigende Nachfrage unmöglich machen. Hinzu kommt, dass viele Stellen keine Zugänge zu entsprechenden Antragsplattformen haben oder diese aufgrund des hohen Zusatzaufwands nicht nutzen. Dies führt in der Praxis zu erheblichen regionalen Unterschieden in der Förderung und trägt zur Verunsicherung der Betroffenen bei.

Wir würden uns wünschen, dass diese Perspektiven aus der Beratungspraxis in zukünftige Berichterstattungen einfließen. Die betroffenen Personen verdienen eine Debatte, die sich differenziert mit ihrer Lebensrealität auseinandersetzt. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne mit unserer Expertise zur Verfügung.

Rückkehr nach Serbien und Nordmazedonien

Zum 1.1.2026 haben wir ein Kooperationsprojekt mit der Caritas Serbien und der Stiftung Mazedonische Caritas zur Beratung und Betreuung in diese Länder zurückkehrender Migrant/innen begonnen. Genauere Informationen kann man der Webseite entnehmen.
www.reintegration.net

AMIF

Am 15.12. wird der neue Förderaufruf des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union in Deutschland veröffentlicht, ab Donnerstag findet dazu eine Reihe von Informationsveranstaltungen statt. Der AMIF ist das zentrale Steuerungsinstrument der EU – und durch die nationalen Programme auch vieler EU-Mitgliedsländer -, um Projekte und Programme im Bereich der gesamten Migrationspolitik zu fördern. Dies betrifft nicht nur den Flüchtlingsbereich, sondern auch z. B. Fragen der Arbeitsmigration. Dabei steht das Programm ohne Zweifel unter einem ständigen Anpassungs- und Nachjustierungsdruck, der gleichermaßen nationale Politik, Vorgaben der EU, aber auch die nackten Notwendigkeiten in der Migrationspolitik berücksichtigen muss. Das ist keine leichte Aufgabe und sie kann niemals – von niemandem – perfekt gelöst werden. Wir haben die Hoffnung, dass mit der Wiedereröffnung des AMIF wichtige Impulse in der deutschen Migrationspolitik gesetzt werden können und dass die bisherige Tendenz der Verwaltungs- und Prozessvereinfachung mit Nachdruck fortgesetzt wird, damit der Fonds die ihm übertragenen Aufgaben für alle Beteiligten auskömmlich und sinnvoll erfüllen kann.

Time to shine!

Konferenzmappen zu packen ist das eine, die viele Hundert Kilometer aus dem Saarland zu unserer Tagung nach Kiel zu schaffen, ist das andere. Wer am kommenden Mittwoch erschöpft aussehende Mitarbeiter mit schwerem Gepäck in der Bahn erblickt, sollte ihnen einen Kaffee spendieren!

IntegPlan-Fachtagung

Hier bei Micado bereiten wir gerade alles für die kommende IntegPlan-Jahrestagung in Kiel vor. Auf der Konferenz werden wir uns mit teilweise schwierigen Themen aus dem Arbeitsfeld der Förderung der Freiwilligen Rückkehr auseinandersetzen müssen. Zwei vollgepackte Tage für ein hoffentlich interessiertes Fachpublikum stehen uns bevor. Die Präsenzplätze sind bereits ausgebucht, aber wir streamen auch live und dafür sind Anmeldungen immer noch möglich.

Micado baut um

Die aktuelle Corona-Krise hat auch Micado Migration nicht unbehelligt gelassen. Für eine Einrichtung, die viel mit Beratung und Weiterbildung zu tun hat, sind die Kontaktverbote und Distanzgebote besonders belastend gewesen. Im Weiterbildungsbereich hat dies nun einen Prozess beschleunigt, der bereits vor der Krise vorsichtig begonnen wurde, nun aber ungleich dringlicher geworden ist: die Digitalisierung der Weiterbildung in Form von internet-gestützten Angeboten, und zwar in allen möglichen Präsentationsformen. Dazu gehört natürlich auch die Aufzeichnung von Videomaterial, und konsequenterweise sind wir aktuell dabei, einen Büroraum entsprechend einzurichten. Das erste Webinar soll bereits in Kürze im Rahmen des IntegPlan-Projektes erstellt werden.

SABENE Beratungsstellen sind bis auf weiteres geschlossen.

Um der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus entgegen zu wirken, sind die SABENE Beratungsstellen bis auf weiteres geschlossen.
Falls Sie Rat und Unterstützung benötigen, senden Sie uns eine e-mail an info@micado-migration.de. Unsere BeraterInnen werden sich dann telefonisch mit Ihnen in Verbindung setzen.

Ihr
SABENE TEAM

Exkursionen in den Nordirak und nach Nigeria

Das zweite Halbjahr 2019 sieht im Rahmen des Projektes „IntegPlan BMZ“ noch zwei durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Exkursionen von MitarbeiterInnen der Rückkehrberatung vor. Nachdem im ersten Halbjahr Reisen nach Kosovo/Albanien, Ghana und Marokko durchgeführt worden waren, stehen nun noch der Nordirak sowie Nigeria als wichtige Migrations-Herkunftsländer auf dem Programm. Die einwöchigen Exkursionen sollen den BeraterInnen ein realistisches Bild über die Rahmenbedingungen vermitteln, die RückkehrerInnen nach der Ausreise aus Deutschland erwarten. Dies soll ermöglichen, den Beratungsprozess vor der Ausreise realitätsnah und mit einem gewachsenen Grundverständnis für die absehbaren Integrationsprobleme im Herkunftsland durchzuführen.

Exkursionen nach Tunesien und Ghana

Im November 2018 fanden zwei durch das Programm „Perspektive Heimat“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte und durch das IntegPlan-Projekt durchgeführte Exkursionen für Rückkehrberater/innen nach Tunesien und Ghana statt. Ziel der einwöchigen Reisen war es, die Berater/innen mit der Realität der Rahmenbedingungen beider Länder vertraut zu machen. Dadurch sollen sie in den Stand versetzt werden, in ihrer Beratung zutreffende und realistische Hinweise zu Reintegrationschancen und -herausforderungen zu geben. Die Exkursionen wurden vor Ort von Partnerorganisationen vorbereitet und beinhalteten ein intensives Besuchsprogramm bei staatlichen Einrichtungen, den GIZ-Migrationsberatungszentren, NGOs und Rückkehrern.

Auftaktworkshop in Erbil: „Restart your future at home“ beginnt

Als Partner des „European Technology and Training Centre“ (ETTC) in Erbil, Nordirak, ist Micado Migration an einem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aus den Mitteln des Programmes „Perspektive Heimat“ finanzierten Projekt beteiligt. Ziel ist es, in die Region Nordirak zurückkehrenden Migrant/innen eine Orientierungsmöglichkeit vor allem für die ökonomische Reintegration zu geben und diese finanziell zu unterstützen. Micado Migration wird dabei als Focal Point für die Berater/innen der bundesdeutschen Rückkehrberatung agieren und ETTC in seiner Aufgabe unterstützen. Während eines Auftaktworkshops vergangene Woche in Erbil wurden die Rahmenbedingungen der Projektarbeit besprochen und offene Fragen diskutiert. In Kürze wird geeignetes Informationsmaterial zur Verfügung gestellt. Mit konkreten Nachfragen kann man sich bereits jetzt an Micado Migration wenden (b.pamfouet@micado-migration.de).