Arbeit und Asyl

Arbeit und Asyl

Der aktuell kommunizierte Vorschlag des Bundesinnenministers, Asylbewerber/innen frühzeitig einen möglichst unbürokratischen Zugang zum Arbeitsmarkt zu geben, ist zu begrüßen – er deckt aber nur die halbe Realität ab, was Herausforderungen bei der Arbeitsaufnahme für diese Zielgruppe angeht. Vielleicht sogar weniger als die Hälfte. Mehr als die Hälfte sind nämlich die Probleme beim Spracherwerb. Selbst für „einfache“ Helfertätigkeiten – und viele Helfertätigkeiten mögen keine Ausbildung erfordern, sind aber mittlerweile keinesfalls mehr „einfach“ – ist im Grunde ein B1-Niveau erforderlich. Arbeitsschutz-Unterweisungen und die sich daraus ergebenden rechtlichen Konsequenzen für Unternehmen, wenn etwas schiefläuft, erfordern für sich bereits ein gutes Sprachverständnis. Der Reflex, dass Unternehmer aus Not auch Personen mit unzureichenden Sprachkenntnissen eingestellt haben, stellt sich heutzutage keinesfalls mehr ein. Ohne Sprache gibt es kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

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