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Zehn Jahre Micado Migration!

Eine richtige Party ist coronabedingt leider nicht möglich, und viele MitarbeiterInnen begehen diesen Tag im Home Office. Das soll unser aber nicht davon abhalten, heute der Tatsache zu gedenken, dass Micado Migration jetzt zehn Jahre alt ist.  Als kleiner Träger ist es uns nicht nur gelungen zu überleben, sondern in den beiden Teilbereichen Integration von Flüchtlingen in Bildung und Arbeitsmarkt (SABENE) und Weiterbildung von Berater/innen der Freiwilligen Rückkehr (IntegPlan) konnten wir unsere Position durch Engagement und Flexibilität weiter ausbauen. Das wäre ohne die gute Arbeit aller MitarbeiterInnen wie auch die Unterstützung zahlreicher PartnerInnen und Institutionen nicht möglich gewesen. Allen gilt an diesem Tag der Dank der Geschäftsleitung – und der Wunsch, noch einmal zehn Jahre zu schaffen. Mindestens.

Micado baut um

Die aktuelle Corona-Krise hat auch Micado Migration nicht unbehelligt gelassen. Für eine Einrichtung, die viel mit Beratung und Weiterbildung zu tun hat, sind die Kontaktverbote und Distanzgebote besonders belastend gewesen. Im Weiterbildungsbereich hat dies nun einen Prozess beschleunigt, der bereits vor der Krise vorsichtig begonnen wurde, nun aber ungleich dringlicher geworden ist: die Digitalisierung der Weiterbildung in Form von internet-gestützten Angeboten, und zwar in allen möglichen Präsentationsformen. Dazu gehört natürlich auch die Aufzeichnung von Videomaterial, und konsequenterweise sind wir aktuell dabei, einen Büroraum entsprechend einzurichten. Das erste Webinar soll bereits in Kürze im Rahmen des IntegPlan-Projektes erstellt werden.

UNICEF-Bericht zum Kindeswohl im Rückkehrverfahren

UNICEF hat in einer qualitativen Studie den Umgang mit Kindern in Asyl-, Rückkehr- und Reintegrationsprozessen untersucht. Der Bericht „Child-sensitive return“ zeigt, dass auch in Deutschland das Wohl von Kindern bei Entscheidungen in den einzelnen Prozessen noch nicht umfassend und nicht vorrangig berücksichtigt wird. Die Untersuchung ist Teil eines länderübergreifenden Forschungsprojektes von UNICEF zum Kindeswohl in Asyl-, Rückkehr- und Reintegrationsprozessen in Schweden, den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland. Die Ergebnisse für Deutschland basieren auf einer Analyse der rechtlichen Situation, der Auswertung verfügbarer Daten und Studien zu dem Thema sowie 18 Experteninterviews. Die Interviews wurden im März und April 2019 von UNICEF Deutschland und SINUS durchgeführt.

Weitere Infos finden Sie hier.

20. Internationale Migrationskonferenz 2020

Vom 18.-19. Juni 2020 wird an der Hochschule für Soziale Arbeit der Nordwestschweiz die 20. Internationale Migrationskonferenz in enger Zusammenarbeit mit deutschen Forschungseinrichtungen stattfinden. Das Thema ist „The Multicultural Condition“. Im Rahmen der Konferenz sollen Grundlagen und Kritiken des Multikulturalismus revisited und einer erneuten Überprüfung und Diskussion unterzogen werden. Dabei geht es vor allem auch darum das Verhältnis des Multikulturalismus zu konkurrierenden Konzepten auszuloten, insbesondere zu Integration und Diversität. Grundlage und Ausgangspunkt für diese Auseinandersetzung bildet die Annahme einer „multicultural condition„, einer spezifischen multikulturellen Existenzweise, die die Lebenspraxis moderner Gesellschaften entscheidend prägt und bestimmt. Mit dieser Unterscheidung von Multikulturalismus und dem Multikulturellen – oder der multikulturellen Lebenspraxis – wird eine weitere Differenzierung eingeführt, die im Rahmen der Konferenz fokussiert werden soll.

Weitere Informationen unter: https://web.fhnw.ch/plattformen/migrationskonf

IntegPlan-Fachtagung 2020

Auch im kommenden Jahr wird wieder eine bundesweite Fachtagung für den Arbeitsbereich der Freiwilligen Rückkehr stattfinden. Wie bereits auf der letzten Fachtagung in Dresden bekanntgegeben wurde, ist der Veranstaltungsort diesmal Potsdam in Brandenburg. Der Termin ist der 19.-20.5.2020 im Hotel Mercure. Anmeldungen sind im späteren Verlauf des Jahres über die Integplan-Webseite möglich.

Exkursionen in den Nordirak und nach Nigeria

Das zweite Halbjahr 2019 sieht im Rahmen des Projektes „IntegPlan BMZ“ noch zwei durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Exkursionen von MitarbeiterInnen der Rückkehrberatung vor. Nachdem im ersten Halbjahr Reisen nach Kosovo/Albanien, Ghana und Marokko durchgeführt worden waren, stehen nun noch der Nordirak sowie Nigeria als wichtige Migrations-Herkunftsländer auf dem Programm. Die einwöchigen Exkursionen sollen den BeraterInnen ein realistisches Bild über die Rahmenbedingungen vermitteln, die RückkehrerInnen nach der Ausreise aus Deutschland erwarten. Dies soll ermöglichen, den Beratungsprozess vor der Ausreise realitätsnah und mit einem gewachsenen Grundverständnis für die absehbaren Integrationsprobleme im Herkunftsland durchzuführen.

Fachkonferenz zum kommunalen Migrationsmanagement

Aufgrund der unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Sprachen und Mentalitäten sind bei der Integration von Flüchtlingen mannigfache Schwierigkeiten zu bewältigen. Die Integration in Schule, Arbeitsmarkt und Gesellschaft, die hunderttausendfache Sprachförderung, die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und die Behandlung von traumatisierten Menschen sind nur der Anfang. Integration von Flüchtlingen ist ein mehrjähriger Entwicklungsprozess, dessen Erfolg von vielen Faktoren und Akteuren abhängig ist. Den Kommunen kommt dabei eine besondere Rolle zu, denn sie werden langfristig den größten Teil dieser Aufgaben schultern müssen. Integration ist ein steiniger Weg und erfolgt in kleinen Schritten, sollte aber zielgerichtet sein.

Diese Themen werden Vertretern aus Kommunalpolitik und Verwaltung am 14. November 2019 in Bonn in dem Fachforum Flucht, Migration und Integration diskutiert. Weitere Informationen unter https://www.fluechtlingskongress.de/

Fachtagung in Dresden

In der kommenden Woche findet in Dresden die diesjährige Fachtagung des IntegPlan-Projektes statt. Wie in jedem Jahr kommen dort um die 200 Teilnehmer/innen aus dem Arbeitsgebiet der Förderung freiwilliger Rückkehr zusammen, um zwei Tage lang die aktuellen Entwicklungen im Feld zu diskutieren und sich informieren zu lassen. Die Fachtagung ist eine gute Gelegenheit, um neben Vertreter/innen der zuständigen Bundes- und Landesministerien auch mit Rückkehrberater/innen aus ganz Deutschland in den Austausch zu treten. Die Fachtagung wird jedes Jahr im Rahmen des Projektes „IntegPlan“ durchgeführt.

Exkursionen nach Tunesien und Ghana

Im November 2018 fanden zwei durch das Programm „Perspektive Heimat“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte und durch das IntegPlan-Projekt durchgeführte Exkursionen für Rückkehrberater/innen nach Tunesien und Ghana statt. Ziel der einwöchigen Reisen war es, die Berater/innen mit der Realität der Rahmenbedingungen beider Länder vertraut zu machen. Dadurch sollen sie in den Stand versetzt werden, in ihrer Beratung zutreffende und realistische Hinweise zu Reintegrationschancen und -herausforderungen zu geben. Die Exkursionen wurden vor Ort von Partnerorganisationen vorbereitet und beinhalteten ein intensives Besuchsprogramm bei staatlichen Einrichtungen, den GIZ-Migrationsberatungszentren, NGOs und Rückkehrern.

ERSO-Treffen in Warschau

Im November fand das turnusmäßige Treffen des im Reintegrationsbereich aktiven ERSO-Netzwerk bei der gastgebenden Caritas Polen statt. Die Vertreter der verschiedenen Organisationen, darunter auch Micado Migration, informierten sich u. a. bei Beamten der polnischen Ausländerbehörde und Grenzpolizei über die Pläne der dortigen Behörden in Bezug auf das Arbeitsfeld der freiwilligen Rückkehr. Darüber hinaus wurden organisatorische Interna sowie anstehende Veranstaltungen für das Jahr 2019 diskutiert.